Wie Weihnachten

Gestern abend wollte ich ja eigentlich früh ins Bett gehen.

Aber es kam ganz anders…

Wir hatten tagsüber die hochschwangere Kuh Lovissa in den Stall getrieben, damit sie da ist, wenn das Kälbchen kommt, und das nich irgendwo auf der Weide bekommt.

Und da es recht akut schien mit der Geburt, haben wir schon Nachtschichten ausgemacht, wer wann nach ihr schaut.

Da kommt abends plötzlich Jonas angerannt und meint, dass es keinen Grund mehr gäbe, heute nacht aufzustehen, wir sollten alle mal mitkommen.

Ja, die Geburt hatte also gerade begonnen und wir durften alle live dabei sein.

Noch dauerte es und wir haben uns nach einem ersten Blick auf Lovissa erstmal einen schönen Tee gemacht, ganz im Hebammenstil. Allerdings sind wir nicht dazugekommen ihn gleich zu trinken, denn es ging dann doch schneller als erwartet richtig los.

Lovissa war ganz ruhig und hat gar nich geschrien, sondern nur geschnauft.

Jonas hat geholfen zu ziehen, damit Lovissa es einfacher hat. Letztendlich haben sie dann zu zweit gezogen und Lovissa hat dann doch ein paar Stöhner von sich gelassen, bis das Kälbchen dann endlich das Licht der Welt bzw. das Licht der Taschenlampe erblickt hat.

Es war so winzig und voller Schmodder. Und ganz süss vor allem.

Und es war dunkel und still und wir standen alle ganz andächtig im Kuhstall um ein Baby herum. Das war wirklich wie Weihnachten… sogar die Nachbarspferde standen direkt am Zaun und haben zugekuckt.

Und jetzt isses da und hat noch keinen Namen (es ist ein Mädchen) und hoppelt schon ganz munter herum.

Die Fotos sind von heute. Da is das kleine also schon eine Nacht alt.